Wir können es uns, meiner Meinung nach, nicht länger leisten, unpolitisch zu sein. Wichtig ist dabei vor allem das „Wie“.
Ich bin ein politischer Mensch. Ich glaube an die Unantastbarkeit der Menschenwürde, an Freiheit und an Gleichheit. Ich glaube an Demokratie.
Eine der wichtigsten Grundlagen des menschlichen Miteinander sind, ebenfalls meiner Meinung nach, in diesen Formulierungen des Kategorischen Imperativ (Kant) angelegt:
„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
„Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.“
„Handle so, als ob du durch deine Maximen jederzeit ein gesetzgebendes Glied im allgemeinen Reich der Zwecke wärst.“
Die von Kant auf den Menschen bezogenen Grundsätze beziehe ich persönlich darüber hinaus auch auf die Natur, die uns umgibt und uns erhält. Eine Notwendigkeit.
Ich fühle mich Wahrheit und Ehrlichkeit verpflichtet. Sie sind eine Grundlage, auf der überhaupt ein Konsens zwischen zwei Menschen möglich wird.
Und ich bin mir bewusst, dass ich selbst – mit all diesen feinen Idealvorstellungen – mit schöner Regelmäßigkeit an meinen eigenen Grundsätzen scheitere. Nur um nach dieser Erkenntnis um so fester daran zu glauben und an mir zu arbeiten.
Daher ist es für mich schlussendlich zwingend, dass es vor allem eine Frage des Anstands (und nicht der politischen Haltung), eine Frage der Menschlichkeit ist, Nazis, Rechtsextremismus (und ja: jeder Form von Extremismus – auch Linksextremismus), Faschismus, Hass in jeder Gestalt keinen Raum zu gewähren.
Wenn wir nicht selbst für einander, für Freiheit und Gleichheit, für unsere Verfassung eintreten, sie erhalten und gestalten, dann wird es niemand.
Das verhindert nicht im geringsten, dass ALLE in ihrer Meinungsbildung und Meinungsäußerung frei sind – insoweit sie bei der Wahrheit bleiben und mit ihrer eigenen Freiheit verantwortungsvoll umgehen:
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.
§5 Grundgesetz
Ich appelliere an DICH, ebenfalls fest, auf deine Art, mit Fantasie und mit deinen Möglichkeiten, in Frieden und mit Anstand dem Hass entgegen zu stehen.
