Oder so ziemlich jedes andere Buch, das vom Krieg handelt…
„Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass und Hass führt zu unsäglichem Leid.“
Yoda, ausgedachter Altmeister von Weltraum-Säbel-Hippies
Recht hat er, dieser Yoda!
Und jeder wird sich einen Grund dafür denken können, weshalb ich jetzt damit um die Ecke komme.
Irgendwer sagt jetzt bestimmt, wegen des Hamas-Überfalls auf Israel.
Oder weil der Invasionskrieg gegen die Ukraine noch nicht überstanden ist.
Klares „Jein“.
Es ist irgendwie dauernd Krieg: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Kriegen
Da ist ganz schön was zusammen gekommen. Und jeder einzelne ist unfassbar Grausam. Die Idee des Krieges ist die Gewalt.
Und das sind schon „nur“ die Kriege, die zu irgendeinem Zeitpunkt irgendeine Rolle für irgendwen in Mitteleuropa gehabt haben dürfte.
Dazu kommen noch Amerika, Australien, Asien… Also jeder andere Teil der Welt.
Kurzum:
Ohne Unterlass tun wir Menschen uns grausamstes an.
Wir töten einander. Vertreiben, verstümmeln, foltern, quälen uns gegenseitig. Wir nehmen einander die Lebensgrundlage.
Meine Lebenssituation ist… Komfortabel.
Zur Zeit beschießt mich niemand. Zur Zeit hungere ich nicht.
Ich habe niemanden, weder in Person noch als „Gruppe von Menschen mit irgendeiner Gemeinsamkeit“, dem ich Tod und Elend wünsche.
Ich kann mir so etwas nicht einmal vorstellen. Keine der beiden Seiten.
Aus meiner Lage heraus beschäftigt mich das aber.
Zum einen, weil mir vollkommen die Vorstellung davon fehlt. Zum Glück.
Zum anderen, weil ich die Entwicklung in der Zeit, in der ich lebe, mit Argwohn beobachte.
Und mir ist ziemlich klar, dass dieser Text wohl nichts, rein gar nichts, verändern wird.
Es würde mich zumindest arg wundern.
Dieser Text, dieser Beitrag, erklärt aber vielleicht ein wenig, weshalb ich tue, was ich tue.
Weshalb ich vorlieben möchte. Weshalb ich mit Sorge auf unsere Zeit blicke.
Und weil ich das Gefühl habe, dass dieser Beitrag geschrieben werden möchte.
Es beginnt mit Furcht
Vollkommen egal, ob „echte“ oder „nur gefühlte“ Furcht. Das Gefühl an sich genügt.
Furcht kann viele Gründe haben.
Verunsicherung zum Beispiel. Sei es, bezüglich der eigenen Person, dem eigenen Können. Oder der politischen Lage. Oder wenn es um Gesundheit geht.
Vielleicht auch Sorgen um die Zukunft. Um jemanden geliebtes.
Oder das Gefühl, machtlos zu sein.
Furcht ist ein sehr stilles aber potentes Gift.
Furcht schleicht sich heimtückisch in alle Gedanken und nennt sich „Vorsicht“, „Vorausschau“ oder „Bereit“.
Furcht wirkt klein. Aber mit Furcht wird alles Bitter.
Es ist schrecklich, sich zu fürchten.
Wer sich fürchtet, braucht Trost.
Wer sich fürchtet, braucht jemanden, der sagt: „Fürchte dich nicht!“ und „Du bist nicht allein!“ und „Du wirst geliebt!“ und „Wir schaffen das zusammen!“
Wer sich nur genug fürchtet, wird wütend
Unbewusst. Womöglich, um das Gefühl der Furcht zu überwinden.
Das Bild eines wütenden ist im Kopf schon bei der Vorstellung „mächtiger“ als das eines fürchtenden.
Wut ist wie viele kleine Feuer, an denen man sich wärmen kann.
Sie geben Licht und nähren sich von „den anderen“ und von „aber die haben“.
Wer wütend ist, fühlt dort, wo gerade noch Leere und Kälte war, eine Wärme und eine Energie… Etwas gewaltiges, etwas hungrig wachsendes.
Wut frisst. Ohne Rücksicht.
Wut will raus. Wut will sich Bahn brechen. Wut will sich nach außen, auf andere richten.
Und Wut wird ein Ziel finden.
Wut will auch gar nicht mehr getröstet werden.
Wut will sich nicht beruhigen!
Jemand wütendes muss sich gerade zu an etwas abarbeiten.
Das Feuer muss sich selbst die Grundlage nehmen und einschlafen.
Jedes Mal, wenn Wut fast keine Nahrung mehr hat, genügt nur wenig Anlass und Wut erstarkt wieder unumschränkt.
Nur dann, wenn Wut doch schläft, lässt Wut sich vielleicht vertreiben und durch etwas schönes ersetzen.
Aber Wut hinterlässt auch Narben, bestenfalls Hornhaut, auf der eigenen Seele.
Es braucht Zeit, um zu heilen. Viel Zeit.
Wenn diese Wunden nicht heilen können, verändert sich alles.
Wer innen Asche ist, kann selbst das Feuer werden
Es spielt keine Rolle mehr, was der Anfang war.
Oder ob es überhaupt einen Anfang gab.
Wer hasst fühlt kein Feuer. Er ist das Feuer.
Ein kaltes Feuer. Es wärmt nicht. Es gibt keine Energie.
Hass ist berechnend.
Hass braucht keinen Grund und keinen Anlass.
Hass trägt und nährt sich selbst.
Hass erfindet sich laufend selbst.
Wer hasst kann kaum etwas anrühren, ohne es zu veröden.
Wer hasst hat mindestens so viel verloren, wie er anderen antut.
Hass duldet keine Gewinner.
Am Ende steht das Elend
Hass zerstört.
Unterschiedslos. Den hassenden ebenso wie den gehassten.
Hass ist es, was es plausibel erstrahlen lässt, andere zu vernichten.
Das Ergebnis ist Krieg.
Es gibt viele verschiedene Sorten von Krieg.
Große, kleine, heiße, kalte. Mit Worten, mit Taten. Zwischen wenigen. Zwischen Völkern.
Was es nicht gibt: Einen Gewinner.
Krieg hinterlässt offen eiternde Wunden. Wunden, die über Generationen schmerzen.
Wunden, die sich in das kollektive Gedächtnis von Kulturen brennen.
Mehr Furcht. Mehr Wut. Mehr Hass.
Hunger. Krankheit.
Trauer. Traurigkeit.
Sinnlosigkeit und Tod.
Stille.
Frieden stiften
Einer ist friedlich. Aber zwei schließen Frieden.
Zu jedem Zeitpunkt kann Frieden werden. Es ist nur unterschiedlich schwierig.
…Wenn sich zwei nur im Geiste und auf Augenhöhe begegnen.
Frieden will gewollt werden.
Frieden wächst auf Mitgefühl. Frieden wächst, wo verzeihen nicht vergebens ist.
Und was müssen Du und ich dafür tun?
Lieben!
Vorlieben! Gegenlieben!
Krieg ist einfach scheiße!
Bitte liebe Deinen nächsten.
Bitte handele nach derjenigen Maxime, von der du wollen könntest, dass sie ein allgemeingültiges Gesetz werde.


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