In diesem Beitrag möchte ich dir einen Weg zeigen, besondere Motive zu finden. Oder noch besser: Wie Du von Motiven gefunden wirst.
Strategiefrage
Es ist, meine ich, erstaunlich einfach. Und es kommt auf unser Inneres an.
Darauf, ob Du Dich auf etwas bestimmtes einschießen, oder ob Du Dich vom Angebot überraschen lassen möchtest.
Denn was nicht funktioniert ist „Denken Sie nicht an den rosa Elefanten!“.
Wenn Du versuchst, nicht an den rosa Elefanten zu denken, wirst Du eben das doch tuen. Und übersiehst dabei die karierten und die gestreiften Elefanten.
Im Kern gibt es drei Möglichkeiten: „Suchen“, „Finden“ und „Gefunden Werden“.
Suchen
Natürlich ist es vollkommen in Ordnung, gezielt etwas zu suchen.
Das ist sogar eine großartige Übung. Sie schärft die Beobachtungsgabe und den Sinn für Jahreszeiten, für die Zeichen, durch die sich bestimmte Motive „verraten“.
„Suchen“ ist aber auch eine recht… anstrengende Strategie.
Eine durch und durch bewusste und weniger intuitive Strategie.
Wenn Du weißt, wonach Du suchst, überlege und recherchiere Orte, an denen Du fündig werden könntest. Auch die Jahres- und Tageszeiten spielen eine Rolle. Und die Lebensweise deines Ziels.
Kontrolle
Dadurch, dass Du versuchst, Dein Motiv zu kontrollieren, kannst Du ebenso gut alles Unternehmen, um die Umgebung zu kontrollieren.
Du kannst Dir die Umgebung ansehen, Dir in Ruhe Plätze ausgucken, die Du immer wieder anläufst und belauerst.
Du kannst, wenn Du nicht gerade mit einem Tele auf Vögel lauerst, mit Aufhellern und Abdunklern (im einfachsten Falle: Schwarze oder Weiße Kartonage) arbeiten.
Du kannst Dir ansehen, wie das Licht wirkt und wählen, aus welcher Richtung Deine Aufnahme entstehen soll.
Der Rest ist ein Geduldsspiel.
Und eine hohe Kunst. Bildkontrolle ist in der Natur schwer zu realisieren.
Finden
Finden ist da schon etwas einfacher. Im Gründe ist Finden die Umkehrung von Suchen.
Die Strategie hier ist, dass Du den Ort und die Zeit wählst. Indem Du Dich einfach auf ein Stück Wiese kniest, vor einen Baum oder was auch immer.
Sinnlich
Ein Kriterium könnte sein, dass es bequem ist. Ein anderes, dass Du es dort schön findest oder, dass es gut riecht.
Du kannst dabei alle Sinne nutzen.
Und dein Herz.
An Ort und Stelle öffnest Du dich den Eindrücken der Umgebung.
Unvoreingenommen (siehe auch „Achtsamkeit, Respekt, Demut“).
Nimm bitte an, dass Du etwas schönes finden kannst, einfach weil es da (weil es „ist“ und weil es „dort ist“) und es dir ins Auge fallen wird.
Weil du es eben findest.
Gefunden werden
Gefunden werden ist mir die liebste Strategie.
Sie ist herrlich intuitiv.
Es ist wie ein „mobiles finden“.
Wenn du gefunden werden möchtest, bleib in Bewegung.
Geh spazieren. Schlendere ein wenig durch ein Stück Natur, von dem Du denkst, es täte Dir gut jetzt (und) hier zu sein.
Und dann sei hier. Mit allen Sinnen. Sei nicht an der Arbeit. Sei nicht bei deinem Kind. Oder bei der Bank.
Sei ganz hier. Sei ganz jetzt. Sei offen.
Und dann mach erst einmal nichts. Wie in der vorherigen Strategie lässt Du dich auf diesen Ort und seine Umgebung ein.
Schweife ein wenig herum. Mit deinen Blicken, mit deinen Beinen.
So bietest Du dich gerade zu an.
Deine Gedanken berühren deine Umgebung. Wie ein Händedruck.
Lass es geschehen
Auf kurz oder lang wirst Du, ganz von selbst und wenn Du es nicht erzwingst, Teil deiner Umgebung.
Und wenn das passiert, ändert sich etwas.
Du änderst dich.
Du änderst deine Perspektive. Du blickst von ganz alleine in bestimmte Richtungen.
Nach Oben zum Himmel und den Bäumen.
Voraus auf Wege und Sträucher.
Nach unten auf die Welt im Kleinen.
Du siehst Dir die Dinge von weiter weg oder aus der Nähe an.
Ganz so, wie es dir behagt.
Aller spätestens ab hier brauche ich nichts mehr schreiben.
Du wirst gefunden werden.
Vielleicht findet Dich etwas, das sich mit einem Foto nicht richtig fassen lässt.
Dann ist es ein Moment, der nur für Dich gedacht ist.
Nicht weniger schön. Aber so, dass Du mit Worten weitergeben müsstest.
Dann bitte ich Dich, nicht damit zu hadern. Freu Dich.
Und wenn Du den Moment gekostet hast, schweif einfach weiter.
Leicht und ohne Trauer um ein unmögliches Foto.


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