In meinem Kopf macht das Sinn…

…aber ihr seid da draußen. So oder so ähnlich fühlt es sich für mich an, wenn ich Versuche, mich mit anderen zu unterhalten. Mal mehr, mal weniger.

Ich bin mir doch sicher, dass mein Gedanke, meine Idee, eine gute ist. Aber nicht immer ist die Reaktion darauf so, wie ich es mir erhofft habe.

Das „Warum“ und das „Wozu“

Warum schreibe ich das? Was will ich?

Zunächst einmal schreibe ich diesem Beitrag, offensichtlich, für mich selbst. Das Schreiben in einer stillen Umgebung hilft, meine Gedanken zu ordnen…

Der Grund, weshalb ich meine Gedanken (diesmal) nicht in einem Tagebuch ordne, ist dieser:
Es ist praktisch ausgeschlossen , dass ich damit alleine bin. Und wenn ich jemandem eben dieses Gefühl vermitteln kann, dann hat es sich gelohnt.

Schrullig

Es scheint zur Wahrheit zu gehören, dass was auch immer in meinem Kopf vor sich geht, nicht auch automatisch draußen irgendeinen Sinn ergeben müsste.

Entweder, weil das Gewicht, das wir Grundannahmen einer Überlegung oder einer Zielsetzung geben, verschieden groß ist. Oder auch schon, weil wir von ganz unterschiedlichen Annahme ausgehen. Oder, weil ich bei dem, was ich sage, etwas voraussetzen, was ich eben nicht gesagt habe.

So wundert es nicht, das ich selbst mit Menschen, mit denen ich schon sehr lange spreche, noch immer sehr lange im Kreis spreche, bis wir einigermaßen synchronisiert sind.

Es gibt überhaupt nur sehr wenige Menschen, mit denen ich mich ohne Synchronisieren unterhalten kann.

Höchstwahrscheinlich ist dies der Ursprung von Schrulligkeiten: Mit (scheinbar) merkwürdigen Gedanken und unverständlicher Rede auffallen.

Irgendwie hat jeder seine Schrulle

Sie fällt nur nicht immer auf.

Ich habe, zum Beispiel, einen Hang dazu, Dinge scheinbar komplizierter zu machen.
Aber es ist eine Standpunktfrage.
Für mich sind die Dinge so wie sie sind. Im Zweifelsfall kompliziert. Ganz einfach, weil ich manche Dinge in einem sehr grundsätzlichen und umfassenden Ansatz fasse.
Für die meisten reicht auch weniger.

Man sagt, ein gutes Pferd springt nicht höher, als es muss.
Mag sein. Aber ich wollte ja auch nie Dressurpferd werden.

Außerdem habe ich eine ausgeprägte Macke für Esel, Magneten und Filzgleiter.

Was ist deine Schrulle?

Die Welt ist so laut

Umgekehrt: Ihr seid so viele. Und ihr seid so laut!

Es gibt Tage, an denen jedes Gespräch in Hörweite ebenso laut ist, wie meine eigenen Gedanken.

Frau sitzt verzweifelt mit Händen am Kopf auf dem Boden eines Büros. Kollegen arbeiten im Hintergrund weiter.
Von: Kay Helena (mit KI generiert)

Und dann kommen noch alle erdenklichen Geräusche dazu.

Ich verstehe , buchstäblich, meine eigenen Gedanken nicht mehr.

Ich habe große not, mich auf meine eigenen Gedanken zu konzentrieren. Es kommt vor, dass ich auf irgendwelche Gesprächsfetzen antworte, mit denen ich überhaupt nichts zu tun habe.

Oft trage ich dann Kopfhörer mit lauter Musik – um euch alles aus meinem Kopf zu drängen.

Ohne diese Hilfsmittel fällt es mir schwer, mich in ein kompliziertes Thema einzuarbeiten und in einen Arbeitsfluss zu kommen. Überall Stimmen, Klingeltöne, Messgeräte. Sogar das Gebäude klappert bei Wind.

Person mit Kopfhörern und grünem Hoodie sitzt vor Computer im Großraumbüro. Visualisierte Schallwellen symbolisieren Lärmschu
Von: Kay Helena (mit KI generiert)

Dann braucht mich nur noch jemand direkt ansprechen… Und schon stehe ich still, muss neu Anlauf nehmen.

Unbrauchbar?

Bis hierher sieht’s nicht gut aus.

Ich kann mich nicht immer zuverlässig verständlich machen oder werde nicht verstanden. Und ich bin leicht zu stören.

Nein. Wirklich nicht.

Es muss passen…!

Aber bin ich, sind wir, dadurch auch gleich unbrauchbar?
Ich denke hier ebenfalls: nein. Wirklich nicht!

Für alles, jeden und jedes gibt es einen Platz in der Welt.
Und dort gilt (zunächst):

„Ich kann, weil ich will, was ich muss.“Imanuel Kant

Dieser Satz muss natürlich – privat wie beruflich – einige Einschränkungen ertragen.
Zum Beispiel ist das, was man kann, weil man will, nicht auch das, was man muss.
Und manchmal muss man, was man kann, aber nicht will. Oder wir wollen, was wir müssen – können es aber nicht.

Will sagen:
Es kommt darauf an, das eigene Können und Wollen, so gut es eben geht, mit dem Müssen in Deckung zu bringen. Alles andere bedeutet Spannung und (Kraft-)Anstrengungen.

Bleib ehrlich!

Also, ja, es kann sein, dass wir in einer bestimmten Umgebung einfach nicht gut (genug) „funktionieren“.
In meinem Fall: ich trage seit dem 2. Berufsjahr häufig Kopfhörer((Früher habe ich mich einfach nicht getraut. Denn es sendet ja auch ein Signal: „Lass mich in Ruhe!“.)) und musste Feststellen, dass viele meinem Beispiel folgten. Zwar will(!) ich das Umfeld nicht verlassen. Aber ohne weiteres kann(!) ich die geschuldeten Arbeiten aber auch nicht erfüllen (müssen!).

Aber nicht vergessen: (Nur) Zu sagen, das Umfeld ist „falsch“, ist definitiv zu kurz gesprungen.
Es kann auch sein, dass wir uns Ausflüchte suchen, weil wir etwas eigentlich nur nicht wollen. Bleib ehrlich!

Keine Hufspuren? Kein Ponnyhof!

In keinem Bereich unseres Lebens können wir uns vollkommen aussuchen, wie alles gestaltet ist. Wir sind keine Inseln. Wir leben mit anderen zusammen.
Das bedeutet eben auch, damit zu leben, wie wir sind und uns ein wenig zurück zunehmen.

Was wir aber sehr wohl können:
Mit Ruhe und Bedacht ein Umfeld suchen, in dem wir die drei Ecken – Können, Wollen, Müssen – gut verbinden können. Ein Ort, an dem buchstäblich wir selbst diese Verbindung sind.

Das bedeutet wiederum, dass wir nicht einfach nur „Opfer“ der Umstände sind.
Wir können aktiv unser Leben gestalten. Wir können daran arbeiten. An uns. An den Umständen.

In dem Zusammenhang möchte ich empfehlen, dass Du dich mit dem Kohärenzbegriff und der Salutogenesebefasst.
Ich glaube, dass wir dann gesund leben können, wenn wir darauf hinarbeiten.

Venn-Diagramm mit drei sich überschneidenden Kreisen zeigt Kohärenz-Modell. Zentrum zeigt Salutogen als Überschneidung von Ve
Von: Kay Helena

Wie kann das gelingen?

Ich bin versucht zu sagen: „Ich weiß es auch nicht!“
Denn ich habe für mich noch keine Lösung gefunden und kann daher keine eigene Erfahrung weitergeben.
Einzig: Ich bin sicher, dass ich – für mich – eine Lösung finden kann. Und alle anderen – für sich – ebenfalls.

Es wird darauf ankommen, ehrlich zu sein. Ehrlich gegenüber mir selbst und ehrlich gegenüber anderen.
Es wird darauf ankommen, mich nicht wichtiger zu nehmen, als alle anderen.
Es wird darauf ankommen, zu verstehen, dass ich vielleicht für andere gerade, in diesem Moment, nicht verstehbar bin.
Es wird Geduld brauchen.

Das Koheränzmodell kann hier helfen.
Es gibt so einen Satz, der bis zum Verschleiß, immer und immer wieder zitiert wird.

„Lehre mich Geduld, das zu ertragen, was ich nicht ändern kann.
Lehre mich Kraft, das zu ändern, was ich nicht ertragen kann.
Lehre mich Weisheit, beides zu unterscheiden.“Unbekannt

Diesen Satz finde ich furchtbar. Er ist einfach schon zu oft gebraucht worden.
Aber es liegt auch was ganz wichtiges darin:
Wir können und(!) müssen nicht alles ändern.
Wir können und(!) müssen nicht alles ertragen.
…Wenn wir es richtig machen.

Eigene Stärken entdecken

Es gibt, wie an allen Menschen, auch an uns etwas, das uns besonders macht.

Sich nicht klein zu reden, an sich selbst und die eigenen Fähigkeiten zu glauben, ist schwer und muss geübt werden.
Aber es lohnt sich.

Es kann eine blühende Phantasie sein, die sich Dinge vorstellen kann, die anderen verschlossen sind.
Ein sprunghafter Geist, der viele Themen gleichzeitig im Auge hat oder scheinbar unabhängige Themen in einen gemeinsamen Zusammenhang setzen kann.
Es kann eine besondere Fähigkeit sein, etwas zu untersuchen.
Eine kindlich unvoreingenommene Neugierde, die alles begeistert aufnimmt.
Es kann eine besondere Empathie sein, ein Sinn dafür, was in anderen Vorgeht und was nun gebraucht wird.

Bei mir folgt beispielsweise aus dem, scheinbar, zu komplizierten Herangehen, dass mein Arbeitsergebnisse sehr genau und tiefgreifend sind.

Fazit

Ich bin, was ich bin. Und das ist viel!
Du bist, was Du bist. Und das ist viel!

Der Generation-Z-Diskussion zum Trotze: Es kommt eben sehr wohl darauf an, nicht nur Leistungsziele, sondern auch persönliche Ziele zu erreichen.
Die Zeiten, in denen die reine Leistungserfüllung, das Klassendünkel, alles war, was zählte sind vorbei!
Und der Generation-Z zum Trotze: Arbeit gehört dazu. Sie ist uns nicht auferlegt – sie ist etwas, was wir wählen dürfen. Arbeit ist – wenn es gut läuft – sinnstiftend.

Wir können auf lange Sicht niemandem die Verantwortung für uns selbst aufbürden.
Zu allererst sind wir selbst für uns, unser Glück und unsere Gesundheit verantwortlich.

Wer lange arbeiten möchte, sollte gesund arbeiten.
Körperlich und seelisch.

Und daraus folgt, dass wir, zumindest immer mal wieder, uns, unser Tun, unsere Ziele, unser Leben auf den Prüfstand stellen sollten.
Mit Sinn und Verstand.

Und dann müssen wir danach handeln.

Ich jedenfalls werde das gerade begonnene Jahr 2024 zu dieser Nabelschau nutzen.
Ich werde weiter an mir arbeiten, damit ich für die da sein kann, die ich liebe!

Avatar von Kay Helena

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